Fadenglas

Fadengläser sind von bunten Glasfäden durchzogene Gefäße.

Die feinsten und zartesten Faden- und Netzgläser entstanden in den muranesischen Hütten bei Venedig seit dem 16. Jahrhundert. Sie galten seither als typisch venezianisch.

Zahlreiche Hütten in den Niederlanden, Deutschland, Österreich und England übernahmen die sogenannte Filigranglastechnik der Venezianer.

In Thüringen arbeiteten die Glashütten seit dem 17./18. Jahrhundert mit Fadenglas- und Netzglasdekoren.


Emailmalerei auf Glas

Wesentliche Anstöße für einen Stilwandel gingen vom Orient und von Venedig aus: Glas wird bemalt.

Adelige und auch bürgerliche Käufer erwarteten Bildthemen, die nicht nur ihrem Bedürfnis nach angemessener Repräsentation im Haus, sondern auch ihren individuellen, persönlichen und privaten Interessen entsprachen.In Thüringen, insbesondere in Lauscha, waren die engen künstlerischen und bald auch familiären Kontakte zu den Glasmalern im Fichtelgebirge von großem stilistischen Einfluss.


Beinglas

Anfang des 18. Jahrhunderts hatte Friedrich Böttger in Dresden die Zusammensetzung der Porzellanmasse herausgefunden und Gefäße gebrannt. Kaffe- und Teeservice aus Porzellan waren von nun an die begehrtesten Luxusobjekte an den europäischen Höfen.

Die Venezianer hatten Beinglas (ital. Lattimo) seit dem 16. Jahrhundert in Gebrauch. Um die milchige Trübung zu erzeugen, setzten sie dem Gemenge Blei, Zinnodix, Knochenasche (Kalziumfluorphosphat) oder Hirschhorn u. a. Mittel zu.

In der Absicht, das Porzellan zu imitieren, schmolzen nun manche thüringische Hütten Beinglas. Urkundlich erwähnt sind die Hütten ein Eisfeld 1711, Henriettenthal 1720, Lauscha 1735 und Ilmenau 1737.

Mit der zunehmenden Verbreitung des Porzellans gegen Ende des 18. Jahrhunderts schlief das Interesse am Beinglas wieder ein.